BVBC-Präsident Guido Großholz und BVBC-Geschäftsführer Kenan Häberle haben den Verband beim Deutschen Führungskräftetag 2026 der ULA in Berlin vertreten. Im Mittelpunkt standen Führung im KI-Zeitalter, Wettbewerbsfähigkeit, Mitbestimmung, politische Rahmenbedingungen – und das 75-jährige Bestehen des Deutschen Führungskräfteverbands.
Wenn über Führung, Verantwortung und Zukunftsfähigkeit gesprochen wird, darf die Perspektive der Finanz- und Rechnungswesenpraxis nicht fehlen. Deshalb war der BVBC beim Deutschen Führungskräftetag (DFKT) 2026 in Berlin vertreten – mit Präsident Guido Großholz und Geschäftsführer Kenan Häberle. Die Veranstaltung brachte Führungskräfte, Verbandsvertreter, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Veranstalter war die ULA – Deutscher Führungskräfteverband, der politische Dachverband für Führungskräfte in Deutschland, zu deren Mitgliedsverbänden auch der BVBC zählt.
Für den BVBC war die Teilnahme mehr als ein klassischer Verbandstermin. Sie war Teil der kontinuierlichen Interessenvertretung in einem Netzwerk, das politische Debatten früh aufnimmt, Positionen bündelt und Führungskräfteperspektiven sichtbar macht. „Es ist für uns entscheidend, dort präsent zu sein, wo über die Zukunft von Führung, Arbeit und wirtschaftlicher Verantwortung gesprochen wird“, sagt Guido Großholz. „Unsere Mitglieder tragen in Unternehmen täglich Verantwortung für Zahlen, Prozesse, Steuerung und Transparenz – und die soft in Führungspositionen. Diese Perspektive gehört in solche Debatten.“
ULA-Mitgliederversammlung: Austausch vor dem DFKT
Bereits am Vortag nahm Kenan Häberle an der Mitgliederversammlung der ULA teil. Der Bund der Steuerzahler stellte dafür dankenswerterweise seine Geschäftsstelle zur Verfügung. Die Versammlung bot Gelegenheit, die Arbeitsschwerpunkte der ULA und ihrer Mitgliedsverbände zu diskutieren und den Austausch innerhalb des Netzwerks zu vertiefen.
Am Abend kamen die Verbandsvertreterinnen und -vertreter in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft (DPG) zusammen. Möglich wurde der Abend durch eine Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Stefan Nacke. In der besonderen Atmosphäre der DPG stand weniger ein formales Programm im Mittelpunkt als das, was für Verbandsarbeit oft entscheidend ist: der persönliche Austausch, das gegenseitige Verständnis für politische Anliegen und die Pflege belastbarer Kontakte.
Auch die offizielle Verabschiedung von Ludger Ramme prägte den Abend. Über mehr als 32 Jahre hatte er die Geschicke der ULA maßgeblich mitgestaltet. „Ludger Ramme steht für eine Form von Verbandsarbeit, die Verlässlichkeit, politische Klarheit und persönlichen Zugang miteinander verbindet“, würdigt Kenan Häberle. „Gerade in Zeiten schneller Schlagworte zeigt sich, wie wertvoll Menschen sind, die Interessenvertretung langfristig denken und Netzwerke nicht nur nutzen, sondern pflegen.“
Führung, KI und Verantwortung
Der Deutsche Führungskräftetag selbst machte deutlich, wie stark sich die Anforderungen an Führung verändern. Künstliche Intelligenz, neue Arbeitsformen, Fachkräftemangel, wirtschaftlicher Druck und politische Unsicherheit verschieben die Erwartungen an Unternehmen und Führungskräfte.
Diese Entwicklung wurde im Programm aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Prof. Dr. Gregor Thüsing ordnete aus arbeitsrechtlicher Sicht ein, welche Verantwortung leitende Angestellte beim Einsatz künstlicher Intelligenz übernehmen. Dabei ging es nicht nur um technische Möglichkeiten, sondern auch um Kontrolle, Rechtskonformität und die Frage, wer im Unternehmen Verantwortung trägt, wenn KI-Systeme Entscheidungen vorbereiten oder Prozesse beeinflussen.
Für den BVBC sind diese Fragen unmittelbar anschlussfähig. Rechnungswesen, Controlling und Finance befinden sich selbst in einem tiefgreifenden Wandel. Automatisierung, KI-gestützte Auswertungen, neue Reportinganforderungen und zunehmender Regulierungsdruck verändern Tätigkeitsprofile und Verantwortlichkeiten. „Finance-Fachkräfte sind längst nicht mehr nur Ausführende in nachgelagerten Prozessen“, betont Guido Großholz. „Sie sind Übersetzerinnen und Übersetzer zwischen Daten, Geschäftsmodell und Entscheidung. Wer über moderne Führung spricht, muss deshalb auch über die Rolle dieser Funktionen sprechen.“
Politische Perspektiven auf Führung und Wettbewerbsfähigkeit
Auch die politische Dimension kam beim Deutschen Führungskräftetag deutlich zur Sprache. Gitta Connemann (CDU, MdB), parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, hob in ihrer Keynote die Bedeutung von Führung und persönlichem Engagement hervor – gerade auch dort, wo Verantwortung zusätzlich zum eigentlichen Beruf übernommen wird. Das ist ein Gedanke, der für die Arbeit in Verbänden, Gremien und ehrenamtlichen Strukturen unmittelbar relevant ist.
Im Panel „Leadership 2030“ diskutierte unter anderem Katharina Beck (Bündnis 90/Die Grünen, MdB), mit der der BVBC bereits seit 2023 zur Reform des Steuerberatungsgesetzes im Austausch steht, über neue Anforderungen an Führung in Zeiten tiefgreifender Veränderung. Dabei ging es um Anpassungsfähigkeit, Kommunikation, Vertrauen und die Fähigkeit, Orientierung zu geben, wenn Organisationen, Märkte und politische Rahmenbedingungen zugleich unter Druck stehen. Ralph Brinkhaus, ehemaliger Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Sprecher für Digitales und Staatsmodernisierung, setzte zusätzliche Akzente zur Rolle von Führung in unsicheren und polarisierten Zeiten.
Diese Beiträge zeigten: Führung ist längst nicht mehr nur eine innerbetriebliche Frage. Sie ist eng verbunden mit Standortpolitik, Innovationsfähigkeit, Regulierung, Digitalisierung und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Genau deshalb ist es für den BVBC wichtig, in solchen Debatten vertreten zu sein. Wer für Fach- und Führungskräfte im Finanz- und Rechnungswesen spricht, muss auch dort präsent sein, wo die Rahmenbedingungen für verantwortliche Arbeit diskutiert werden.
Netzwerke sind keine Nebensache
Die ULA feierte im Rahmen des Deutschen Führungskräftetags zugleich ihr 75-jähriges Bestehen. ULA-Präsident Roland Angst würdigte in seiner Festrede die Entwicklung des Verbands als Stimme der Führungskräfte in Deutschland und betonte die bleibende Bedeutung verantwortlicher Führung in Krisenzeiten. Auch Maxime Legrand, Präsident von CEC European Managers, unterstrich in seinem Grußwort die europäische Dimension starker Führung.
Das Jubiläum war damit nicht nur ein Rückblick, sondern auch eine Standortbestimmung: Welche Rolle brauchen Führungskräfte in einer Zeit, in der Organisationen schneller, digitaler und zugleich unsicherer werden? Und welche Verbände sind in der Lage, diese Perspektive politisch und gesellschaftlich wirksam einzubringen?
Genau hier liegt der Wert solcher Termine für den BVBC. Sichtbarkeit entsteht nicht erst, wenn Gesetze geschrieben oder Anhörungen terminiert sind. Sie entsteht früher: in Gesprächen, in Netzwerken, in gemeinsamen Debatten und in der Fähigkeit, die Perspektive der eigenen Mitglieder anschlussfähig zu formulieren. „Interessenvertretung funktioniert nicht per Zuruf“, sagt Kenan Häberle. „Sie braucht Präsenz, Glaubwürdigkeit und den langen Atem, Themen immer wieder an den richtigen Stellen einzubringen. Der Deutsche Führungskräftetag ist dafür ein wichtiger Ort.“
Für die Mitglieder des BVBC bedeutet diese Präsenz: Der Verband bleibt in den relevanten Debatten vertreten – dort, wo über Führung, Transformation, Regulierung, Mitbestimmung und die Zukunft beruflicher Verantwortung gesprochen wird. Nicht als Zuschauer, sondern als Teil eines Netzwerks, das wirtschaftliche Praxis und politische Gestaltung miteinander verbindet.
BVBC-Perspektive bleibt gefragt
Die Jubiläumsveranstaltung der ULA zeigte zugleich, dass viele Zukunftsfragen nicht isoliert betrachtet werden können. KI verändert Führung, aber auch Qualifikation. Wettbewerbsfähigkeit verlangt Innovation, aber auch verlässliche Rahmenbedingungen. Bürokratieabbau bleibt ein politisches Ziel, entscheidet sich aber in der betrieblichen Umsetzung. Und Führung braucht Haltung, aber ebenso fachliche Substanz.
Gerade darin liegt eine Stärke des BVBC: Er vertritt eine Berufsgruppe, die an der Schnittstelle zwischen Umsetzung, Steuerung und Verantwortung arbeitet. „Unsere Mitglieder wissen, was es heißt, wenn politische Vorgaben, wirtschaftlicher Druck und operative Realität zusammenkommen“, so Guido Großholz. „Diese Erfahrung ist für die Debatten über Führung und Zukunftsfähigkeit unverzichtbar.“
Der Besuch in Berlin war damit kein symbolischer Pflichttermin, sondern Ausdruck aktiver Verbandsarbeit: zuhören, einordnen, Kontakte pflegen, Positionen platzieren. Für den BVBC bleibt klar: Wer die Zukunft von Finance-Funktionen mitgestalten will, muss in den Netzwerken präsent sein, in denen über die Zukunft von Führung entschieden wird.




