Wie aus Ablehnung Akzeptanz wird: „Auftreten mit Wirkung“ der BVBC-Regionen Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen widmete sich am 16. September 2026 dem Changemanagement – mit viel Praxis, Kommunikation und Seminarschauspiel.
Veränderung beginnt selten mit Begeisterung. Meist steht am Anfang ein „Das haben wir schon immer so gemacht“, ein Stirnrunzeln oder schlicht die Sorge, etwas Vertrautes zu verlieren. Genau hier setzte die jüngste Veranstaltung unserer Reihe „Auftreten mit Wirkung“ an. Die BVBC-Regionen Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen luden am 16. September 2026 zur 5. Reihe in Leipzig ein, um gemeinsam der Frage nachzugehen: Wie gelingt es, Menschen durch Veränderungen zu begleiten – und dabei möglichst niemanden im „Keller der Veränderung“ zurückzulassen?
Vom Schock bis zur Integration
Ausgangspunkt des Abends war die bekannte Veränderungskurve. Sie zeigt, welche Phasen Menschen typischerweise durchlaufen, wenn sich ihr beruflicher oder privater Alltag wandelt: vom ersten Schock über Verneinung und Widerstand bis hinunter an den Tiefpunkt – den „Keller der Veränderung“. Dort unten ist die Unsicherheit am größten und die Motivation am geringsten. Wer hier stecken bleibt, zieht sich zurück, blockiert oder geht innerlich auf Distanz. Erst danach folgen Akzeptanz, Ausprobieren und schließlich die Integration des Neuen in den Alltag.
Die zentrale Botschaft: Der Weg durch den Keller lässt sich nicht überspringen. Er lässt sich aber deutlich verkürzen – und dafür ist Kommunikation das wirksamste Werkzeug.
Kommunikation als Brücke – live erlebt
Wie gute Kommunikation in Veränderungsprozessen konkret aussieht, erfuhren die Teilnehmenden nicht nur in der Theorie. Seminarschauspieler brachten typische Situationen auf die Bühne: das schwierige Mitarbeitergespräch, die Verkündung einer Umstrukturierung, den Kollegen, der sich jeder Neuerung verweigert. Das Besondere: Das Publikum konnte eingreifen. Szenen wurden angehalten, Formulierungen ausgetauscht und neu gespielt. So wurde unmittelbar sichtbar, wie viel ein einziger Satz verändern kann – und wie schnell aus Abwehr Offenheit wird, wenn Menschen sich ernst genommen fühlen.
Dabei kristallisierten sich einige Grundregeln heraus:
- Früh und ehrlich informieren – Gerüchte füllen jede Informationslücke.
- Das Warum erklären – Sinn schafft Bereitschaft.
- Zuhören und Bedenken zulassen – Widerstand ist ein Signal, kein Angriff.
- Beteiligen statt verordnen – wer mitgestaltet, trägt Veränderung mit.
- Transparenz schafft Vertrauen im Veränderungsprozess
Impulse für Büro und Alltag
Für Führungskräfte bot der Abend wertvolle Anregungen, ihre Teams bewusster durch Veränderungen zu führen. Gerade in unserem Berufsfeld, in dem Digitalisierung und neue Anforderungen den Arbeitsalltag ständig prägen, ist diese Fähigkeit gefragter denn je. Doch Veränderung macht nicht am Büroausgang halt. Auch im privaten Leben stehen wir immer wieder vor Umbrüchen: ein Umzug, ein neuer Lebensabschnitt, veränderte familiäre Situationen/Pflege. Viele Teilnehmende nahmen deshalb auch persönliche Impulse mit – etwa die Einladung, die eigenen „Bausteine im Leben“ neu zu betrachten, bewusst neu zu ordnen und Veränderung nicht nur zu ertragen, sondern aktiv zu gestalten.
Fazit: Veränderung gemeinsam gestalten
Der Abend hat eindrucksvoll gezeigt: Changemanagement ist vor allem Beziehungsarbeit. Wer offen kommuniziert, Sorgen ernst nimmt und Menschen einbindet, verwandelt Ablehnung Schritt für Schritt in Akzeptanz – und sorgt dafür, dass möglichst wenige im Keller der Veränderung zurückbleiben. Die lebendigen humorvollen Szenen der Seminarschauspieler, der offene Austausch und die vielen Gespräche im Anschluss machten die Veranstaltung zu einem echten Erlebnis. Die Reihe „Auftreten mit Wirkung“ wird fortgesetzt. Die BVBC-Regionen Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen freuen sich schon jetzt auf die nächste Veranstaltung am 18.09.2027 – und auf viele bekannte und neue Gesichter.



